OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Ein Blumengebinde des Armeegenerals Raul Castro Ruz, Präsident des Staats- und des Ministerrates, war neben dem Leichnam von Armando Hart Dávalos im Marti-Studienzentrum aufgebahrt. Es wurde eine Ehrenwache für ihn abgehalten und anschließend wurde er, auf Entscheidung der Familie, eingeäschert. Photo: Juvenal Balán

Compañero Armeegeneral Raúl Castro Ruz,
Eloisa und Verwandte von Hart,
Compañeras und Compañeros:

Wir haben uns in den letzten Stunden in dieser Institution getroffen, um einer der wesentlichen Figuren der kubanischen Revolution Anerkennung zu zollen.

Der brillante Intellektuelle und Revolutionär Armando Hart Dávalos hinterlässt gegenwärtigen und zukünftigen Generationen ein außergewöhnliches Beispiel an Loyalität, Opfergeist, Festigkeit und absoluter Verbundenheit zu den Prinzipien.

Der Werdegang von Hart im Dienste Kubas begann von seiner frühen Jugend an mit der Anklage gegen die korrupten Regierungen von Grau und Prio. Die Ethik im Sinne Martis bestimmte stets sein Verhalten, das immer transparent, immer unerbittlich war gegen diejenigen, die das Vaterland nur als Sockel verwendeten.

Deshalb war er entschieden gegen den Militärputsch vom 10. März 1952 und stellte sich ab da der Batista Tyrannei entgegen. Er war Mitglied der Nationaldirektion der Bewegung des 26. Juli und nahm zusammen mit Frank País, Haydee und Vilma aktiv am Aufstand vom 30. November l956 in Santiago de Cuba zur Unterstützung der Landung der Granma teil. Mit großem persönlichem Mut ausgestattet, erlitt er Verfolgung und Gefangenschaft. Er wurde zum Nationalen Koordinator der Bewegung des 26. Juli. Der Sieg der Revolution überrascht ihn im Gefängnis Presidio Modelo von Isla de Pinos.

Hart war ein wahrer Gründer. Als Minister für Bildung der ersten revolutionären Regierung leitete er die Alfabetisierungskampagne und die bewundernswerte Bildungs- und Kulturarbeit, die unser Land in jenen Gründungsjahren verwandelte.

Ein Jahrzehnt später übernahm er die Leitung des neu geschaffenen Kulturministeriums, wo er Fehler und Verzerrungen korrigierte, die Kommunikation mit der intellektuellen Avantgarde wiederherstellte, künstlerische Bildung förderte und ein institutionelles System entwarf, das das Volk zum Protagonisten kultureller Prozesse machte.

Es ist notwendig, in seinem fruchtbaren Leben die wichtigen Verantwortlichkeiten hervorzuheben, die er als ein Mitglied der Führung unserer Partei ausübte.

In seiner letzten Arbeitsphase widmete er sich einer seiner zentralen Leidenschaften: dem Studium und der Verbreitung des Lebens und Werks von José Martí. Er war überzeugt, dass in Martí die kubanische Ideologie von Emanzipation, Gerechtigkeit und Antiimperialismus ihren Höhepunkt erreicht hatte. Unter der Führung Fidels verstand er gleichzeitig die organische Artikulation zwischen Marti und dem marxistischen Denken und wusste sie zu verteidigen.

Der Anhänger Martis Hart wurde zu einem glühenden Anhänger Fidels. Seit er Fidel kennengelernt hatte, folgte er ihm bedingungslos. Er war ein ständiger Schüler seines Handelns und seiner Ideen. Darunter eines der Kardinalprinzipien Fidels: die Bewahrung der Einheit. Hart wiederholte, dass dem klassischen Sprichwort „teile und herrsche“ der Ausspruch im Sinne Martis und Fidels „vereinen, um zu siegen“ entgegengestellt werden musste. Dies war die Grundlage dessen, was er „die Kunst der Politik“ nannte, etwas, das er mit besonderem Interesse in seinem Dialog mit den Jugendlichen zur Anwendung brachte.

Auf dem Gebiet der Essays und des Journalismus leistete er Bemerkenswertes. Einige seiner Bücher waren zu jener Zeit sehr innovative Beiträge in kulturpolitischen Fragen und der Entstehung eines neuen Bewusstseins im Sozialismus. Heute sind sie immer noch eine obligatorische Referenz. Verdient und schön war die Ehrung, die ihm auf der letzten Buchmesse zuteil wurde, als viele bis dahin unveröffentlichte Materialien von ihm in die Hände der Leser gelangten. Während jener Veranstaltung konnten die Zuneigung und Bewunderung für Hart vonseiten der kubanischen Bevölkerung konstatiert werden.

Bis zuletzt war er ein unermüdlicher intellektueller und politischer Kämpfer. Er bewältigte bewundernswert den moralischen Schlag, den die Linke nach dem Zusammenbruch des Sozialismus in Europa erlitt und arbeitete hart daran, angesichts der Barbarei eine internationale Front der Ideen im Sinne Fidels, Martis und des Marxismus zu schaffen.

Wir danken Ihnen im Namen der Familie und der Führung unserer Partei und Regierung für Ihre Anwesenheit hier und für die vielen Ausdrucksformen von Solidarität und Zuneigung, die seit Bekanntwerden der Nachricht empfangen wurden.

„Der Tod ist nicht wahr, wenn das Lebenswerk gut erfüllt wurde."

Zu diesem Ausspruch von Martí würde Hart hinzufügen: „¡Hasta la Victoria, Siempre!"