OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
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Der herausragende revolutionäre Kämpfer Armando Hart Dávalos starb am Sonntag Nachmittag in Havanna auf Grund einer Ateminsuffizienz.

Hart wurde am 13. Juni 1930 in Havanna geboren. 1947 begann er sein Studium an der Universität von Havanna und übernahm verschieden Verantwortungen im Studentenverband und in der Orthodoxen Jugend. 1952 wurde er Doktor der Jurisprudenz.

Er lehnte die Batista Diktatur entschieden ab und trat der von Rafael Gracía Bárcena angeführten National Revolutionären Bewegung bei. Als dieser im April 1953 der Verschwörung angeklagt wurde, verteidigte er ihn als sein Anwalt und betonte vor Gericht das Recht des Volkes sich aufzulehnen. Er musste mehrmals in Gefängnis.

Er war einer der Mitbegründer der Bewegung des 26. Juli und gehörte zu der Leitung, die Compañero Fidel Castro in Kuba bilden ließ. Er nahm an der Erhebung des 30. November 1956 in Santiago de Cuba teil. Er arbeitete sehr eng mit Frank País bei der Organisation der Bewegung des 29. Juli im flachen Land und bei der Unterstützung des Kampfes in der Sierra Maestra zusammen. 1957 wurde er festgenommen und zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt. Als er wegen weiterer Anklagen in das Gerichtsgebäude gebracht wurde, gelang im die Flucht und er gliederte sich dem Kampf im Untergrund an. Er wurde Koordinator der Bewegung des 26. Juli und nahm an einigen Treffen in der Sierra Maestra teil. 1958 wurde er verhaftet und verbrachte die Zeit bis zum Fall der Diktatur im Gefängnis.

Nach dem Sieg am 1. Januar 1959 übernahm er wichtige Aufgaben in der Politik und der Regierung. Er wurde Mitglied der Nationalen Leitung der Integrierten Revolutionären Organisationen (ORI) und der Vereinigten Partei der Sozialistischen Revolution Kubas sowie des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas seit dessen Gründung im Oktober 1965 bis zu seinem Tod. Er war Sekretär der Organisation des Zentralkomitees, erster Sekretär des Provinzkomitees der Partei in der ehemaligen Provinz Oriente und von 1965 bis 1991 Mitglied des Politbüros.

Als erster von der Revolution ernannter Minister für Bildung leistete er wertvolle Arbeit, wobei insbesondere seine Rolle während der Alphabetisierungskampagne hervorgehoben werden muss. 1976 wurde er Minister des kurz zuvor gegründeten Kulturministeriums. Diesen Posten bekleidete er über 20 Jahre und er übernahm eine bedeutsame Funktion bei der Umsetzung der von Fidel entworfenen Kulturpolitik der Revolution. Von 1976 bis 2008 war er Mitglied des Staatsrats und Abgeordneter der Nationalversammlung von deren Konstituierung 1976 an bis zu seinem Tod.

Als Direktor der Abteilung des Programms für Martianische Studien und Präsident der Kulturellen Gesellschaft José Martí seit 1997 widmete er sich mit Hingabe der Verbreitung des Lebens und Werks von Martí in Kuba und im Ausland. Im Jahr 2010 erhielt er den Orden „José Martí“, die höchste Auszeichnung, die die Republik Kuba verleiht. Er erhielt die Ehrendoktorwürde zahlreicher kubanischer und ausländischer Universitäten.

Sein umfassendes intellektuelles Werk, das tief im Werk Martís und Fidels verwurzelt ist, nimmt eine bemerkenswerte Stellung innerhalb des revolutionären kubanischen Denkens ein.

Hart stach hervor durch seine Bescheidenheit, seine absolute Treue gegenüber Fidel und Raúl, seine andauernde Verteidigung der Einheit unter den Revolutionären und seine Hingabe bei den Aufgaben, die die Revolution ihm zuwies und die er bis zum letzten Atemzug ausführte.

Sein Leichnam wurde am Sonntag im Zentrum für Martianische Studien aufgebahrt und wird auf Beschluss der Familie anschließend verbrannt.