OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Photo: Juvenal Balán

„Tief bewegt stehen wir hier an diesem geheiligten Ort des Vaterlandes, um den Protagonisten einer der bedeutendsten internationalistischen Heldentaten zu ehren, ein Beispiel für den Befreiungskampf der unter dem Imperialismus leidenden Völker.

Das Heldenepos, das Comandante Ernesto Guevara und seine kleine aber kämpferische Armee in den 11 Monaten ihres Feldzugs in Bolivien geschrieben haben, berührt noch heute die empfindsamen Männer und Frauen auf der ganzen Welt“, sagte der erste Vizepräsident des Staats- und des Ministerrrats Miguel Díaz Canel- Bermúdez.

„An den verschiedenen Orten,die er durchlief und an denen es um Leben oder Tod ging, zeigte er uns seinen Altruismus, die Tiefe seiner Überzeugungen und seine revolutionäre und internationalistische Dimension“, fügte er hinzu.

„Heute vor 50 Jahren am 8. Oktober 1967 ist er im Kampf gefallen, ein Ereignis, dessen wir heute gedenken. Verletzt, mit einer unbrauchbar gewordenen Waffe,   konnte er, ohne sich ergeben zu haben nach heldenhaftem Kampf gefangen genommen werden. Diejenigen, die ihn gefangen nahmen, konnten seiner Würde, seinem revolutionären Kampfgeist nichts anhaben und er wurde gemein ermordet. Aber bei seinen Mördern erinnert man sich nur an deren Feigheit, demgegenüber dauert das monumentale Beispiel Ches an und gewinnt mit jedem Tag an Kraft.“

Díaz-Canel erinnerte daran, dass, als Fidel die bittere und schmerzhafte Nachricht dem kubanischen Volk mitteilte, er ihn in aller Ausführlichkeit als den außerordentlichsten unserer Compañeros der Revolution bezeichnete.

Zu seinen persönlichen Eigenschaften seien die Überzeugungen und Werte hinzugekommen, die im Kampf geschmiedet wurden und die ihn, ohne ihn idealisieren zu wollen, in einen außerordentlichen Revolutionär verwandelten, einen besonderen Menschen mit einer sehr eigentümlichen Art, das Leben zu meistern, fuhr er fort.

Fidel, Raúl, Almeida, Camilo, Ramiro und andere seiner Compañeros im Kampf und am Arbeitsplatz und das kubanische Volk schätzten und würdigten in Ernesto seine Bescheidenheit, Ehrlichkeit, Kameradschaft, seine waghalsige Bereitschaft, immer die schwierigsten Aufgaben zu übernehmen, sein Prestige als Führungspersönlichkeit und Lehrer, bewandert in der revolutionären Kriegskunst, unermüdlich in seinem Einsatz und seiner Bereitschaft bis zum Sieg oder Tod für die Freiheit der Völker zu kämpfen“, sagte Díaz- Canel weiter.

„Che ist nicht gestorben, wie es seine Mörder gern gehabt hätten. Seine Gestalt ist mit der Zeit immer größer geworden, als neue Generationen von Kubanern, die unter seinem Zeichen und dem seines Erbes aufgewachsen sind, sein revolutionäres Paradigma für sich entdecken, erkennen und übernehmen.

Sie machen sich Ches ständigen Aufruf zur Hingabe, zum Studium, zur Arbeit und zur Pflichterfüllung zu eigen. Sein Vorbild eines altruistischen Menschen wird zu einem Ideal, dem es zu folgen gilt.

Als Mitglied der Führung und als Minister war Che in der Lage, neue Leitungsmethoden in der Industrie anzuwenden, seine Untergebenen durch sein Vorbild und mit einem rigorosen Kontroll- und Disziplinsystem anzuspornen. Außerdem trieb er ständig die Qualifizierung der Arbeiter und die Weiterbildung der Kader voran. Er schuf Fabriken und er bildete außerdem Revolutionäre heran“, sagte Díaz-Canel weiter.

„Er war unentwegt auf der Suche nach Wahrheiten und Gründen, um mit dem sozialistischen Aufbau voranzukommen. Er war nicht nur Guerillaführer sondern auch revolutionärer Denker, Humanist und Intellektueller, er verstand die Notwendigkeit, über die Revolution, den Sozialismus, die Gesellschaft und den Menschen in Kuba zu reflektieren“, sagte er über den Comandante Guevara.

„Er wurde als Held der Granma, der Sierra, der Invasion und der Schlacht von Santa Clara Teil unserer Geschichte als einer ihrer wertvollsten und aufopferndsten Führer, aber auch als Chronist und Wissenschaftler derselben, denn er hatte verstanden, dass die Geschichte eine große Lehrerin ist.“

Che warnte uns, dass die Gegenwart sich nicht in die Rückkehr der Vergangenheit verwandeln dürfe und dass man, um die Zukunft aufzubauen, immer vereint sein müsse.

„Es ist eine Tatsache“, so sagte er, „dass Che heute für viele Menschen verschiedener Altersstufen einen Giganten darstellt, was die Moral angeht, in dem die Jugend des Planeten in seinem eisernen Willen, seinem Gefühl für Würde, seiner Kühnheit und seiner Genügsamkeit eine Inspiration für den Aufbau einer besseren Welt findet.

Deswegen stellte ihn Fidel bei der feierlichen Gedenkstunde anlässlich seines Todes als das wahre Ideal eines Revolutionärs dar, als den neuen Menschen, den wir anstreben müssen.

Das, was wir niemals zulassen dürfen, ist, dass er sich in ein leeres Bekenntnis, eine schlichte Wiederholung von Wörtern verwandelt; man muss sich aus Pflichtgefühl, aus Inspiration und Überzeugung auf ihn einlassen. Man muss dem Bekenntnis, so wie er zu sein, einen wirklichen Inhalt geben, der uns erlaubt, jede Herausforderung des Lebens anzunehmen. Wir sind in dem Bewusstsein aufgewachsen, dass er ermordet wurde, heldenhaft gefallen ist, immer im Kampf, würdevoll und unbeugsam denjenigen gegenübergetreten, die ihn gefangen genommen hatten, mit seinem letzten Gedanken an Fidel und an dieses Volk, das ihn wie einen Sohn liebt und das in der Ungewissheit über seinen Aufenthaltsort und in der Hoffnung lebte, dass er eines Tages zurückkehren würde“, sagte Díaz-Canel.

„Und er kehrte zurück, nach einer intensiven, aufrührenden Suche, die von einem großartigen Team von Wissenschaftlern durchgeführt worden war. Seine sterblichen Überreste wurden gefunden und am 12. Juli 1997 nach Kuba gebracht.“

Der kubanische Vizepräsident erinnerte auch an die Worte der Tochter des Che Aleida und die Fidels bei dieser Gelegenheit, als seine sterblichen Überreste und die ander Kämpfer der Guerilla vor 20 Jahren an diesem Ort beigesetzt wurden.

Auf der anderen Seite wies er darauf hin, dass wir in einer Welt leben, die von Widersprüchen und Ungewissheiten geprägt ist, in einer Zeit, die von wachsenden Bedrohungen für den Frieden gekennzeichnet ist, wo mächtige Herrschaftsinteressen gegen das Überleben der menschlichen Gattung gerichtet sind, wo die Wirtschaftsordnung ungerecht ist und ausgrenzt. In diesem Stadium der Krise versucht der neoliberale Kapitalismus zu expandieren, wobei die Werte der Völker in etwas Altertümliches, unnötig Gewordenes verwandelt werden.

Das, was in Lateinamerika geschieht, ist ein Beispiel für diese Prozesse der Kolonialisierung und im Falle unseres Landes drücken sie das deutliche Interesse an einer politischen und wirtschaftlichen Wiedereroberung aus, die den Weg für den brutalen Kapitalismus freimachen soll“, sagte Díaz-Canel.

Im Bruderland Venezuela versuchen politische Interessen die freie Ausübung der Selbstbestimmung der Venezolaner zu verhindern und die Vereinigten Staaten verhängen ungerechte Sanktionen. Aber getreu unserer internationalistischen Berufung bekräftigen wir einmal mehr die Verpflichtung Kubas dem bolivarischen und chavistischen Volk und der von Nicolás Maduro angeführten Regierung gegenüber.

„Zusammen sind diese Vorkommnisse ein klarer Beweis für das, was der Che sagte, dass man nämlich dem Imperialismus nicht das kleinste Bisschen trauen dürfe, überhaupt nicht“.

„Getreu seinem und Fidels Vermächtnis versichern wir aufs Neue, dass Kuba keine Konzessionen, was sein Souveränität und Unabhängigkeit angeht, machen wird und weder seine Prinzipien verhanden noch Auflagen akzeptieren wird, denn es ist das kubanische Volk, das über Veränderungen entscheidet“, sagte er.

Er erinnerte daran, dass diese traditionsreiche Hommage zum ersten Mal ohne die physische Präsenz Fidels durchgeführrt werde.

„Fidel und Che werden immer präsent sein, denn indem man ihre Ideen, die tiefe Kenntnis über das Leid der Welt, die Rebellion, den Antiimperialismus und den Latinoamerikanismus der beiden teilt, gehen sie als solide, robuste und unverbüchliche Beispiele unserer Zeit für die Kämpfe für Souveränität und Frieden aller Völker der Welt, für Gleichheit aller Menschen, für soziale Gerechtigkeit, für wirkliche Emanzipation und für den Sozialismus ein“, betonte Díaz-Canel.

„Konsequenterweise ist das Vermächtnis ihrer Beispiele in der Haltung unseres Volkes während des Durchzugs von Hurrikan Irma und der späteren Wiederaufbauphase als Ausdruck des ererbten Werte präsent.

Hier und heute, vom historischen Platz und Denkmal aus, einem Ort, von dem aus man sich verpflichtet und mit Ergebnissen Ehre erweist, einem obligatorischen Besuchsziel für diejenigen, die an eine bessere Welt glauben, sie anstreben und für sie kämpfen, bekräftigen wir, dass das Beispiel Wünsche vervielfacht und dass die Zukunft uns gehört“, schloss er.