OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS

Im Juni 1976 traf sich in Bonao in der Dominikanischen Republik eine Gruppe von Terroristen kubanischer Herkunft, die extremistische Organisationen, die im Gebiet der Vereinigten Staaten ansässig waren, vertraten. Als Koordinator fungierte der Kriminelle Orlando Bosch Ávila, der damals auf der Flucht vor der US-Justiz war, weil er gegen die Bewährungsauflagen verstoßen hatte, die wegen verschiedener Delikte gegen ihn verhängt worden waren; dazu gehörte auch die räuberische Erpressung gegen kubanische Emigranten unter Anwendung terroristischer Methoden.

Zweck des Trefens war die Koordinierung zukünftiger Aktionen gegen Vertretungen Kubas, gegen deren Personal und die Interessen der Länder, die trotz des Drucks weiterhin Beziehungen zur kubanischen Regierung aufrecht erhielten. Es kam zu zwei Treffen. Bei einem wurde die sogenannte Koordinierung der Vereinten Revolutionäre (CORU) gegründet, ein Bündnis von Terroristen und eine anderes fand statt, um über 20 Terroranschläge zu planen, die sofort ausgeführt werden sollten. Alle Anwesenden unterzeichneten, außer den Mitgliedern der faschistischen Gruppe Nationalistische Kubanische Bewegung (MNC), die sagten, über sie liefe eine von der Führung der Nationalen Geheimdiensts Chile (DINA) angeordnete Aktion. Dabei handelte es sich, wie später bekannt wurde, um die Ermordung des ehemailgen chilenischen Botschafters in Washington, Orlando Letelier del Solar, die am 21. September 1976 ausgeführt wurde.

Die Stellungnahme des Generalstaatsanwalts Joe D. Whitley, der am Prozess zur Zulassung der Einreise von Bosch Ávila in die Vereinigten Staaten beteiligt war, untermauert am 23. Januar 1989 die Beteiligung Boschs am Anschlag gegen das kubanische Flugzeug,. Dort heißt es: „In der Zeit, in der er sich außerhalb der Vereinigten Staaten aufhielt, gründete und leitete Bosch die Organisation CORU, eine terroristische gegen Castro gerichtete Organisation, die die Verantwortung für zahlreiche Explosionen in Miami, New York, Venezuela, Panama, Mexiko, Argentinien und an anderen Orten hatte.“ (1)

„Im Oktober 1976 wurde Bosch in Venezuela in Zusammenhang mit einer Explosion in einem Flugzeug der zivilen kubanischen Luftfahrt am 6. Oktober 1976 festgenommen, bei dem 73 Männer, Frauen und Kinder ums Leben kamen. Auch wenn er in Venezuela aufgrund der Anklage zu diesem Vorfall 11 Jahre inhaftiert war, wurde er schließlich freigelassen. In dem Gerichtsverfahren wurden Beweise vorgelegt, dass die zwei in Verbindung mit der Explosion wegen Mordes verurteiltem Männer vor und nach dem Anschlag mit Bosch in Verbindung standen.“

In dem Rechtsgutachten heißt es weiter: „ Nach seiner Freilassung am 17 Mai 1988 wurde Bosch von den Einwanderungsbehörden festgenommen. Damals überreichte der Direktor des Distrikts dieser Behörde in Miami Bosch die Mitteilung über eine befristete Ausweisung aus den Vereinigten Staaten, die diesen Ausschluss begründet: „Es besteht Anlass zu vermuten, dass er einzig und allein deshalb in die Vereinigten Staaten einreisen möchte, um sich Aktivitäten anzuschließen, die dem öffentlichen Interesse schaden“.

Weiter heißt es: „Es ist immer noch oder ist ein Ausländer und Mitglied einer Organisation gewesen, die es als angemessen betrachtet, Beamte irgendeiner Regierung anzugreifen oder zu töten und außerdem Eigentum zu zerstören und Sabotageakte durchzuführen.

Es bestehen hinreichende Gründe zu glauben, dass er, nach seiner Einreise, sich wahrscheinlich wieder Aktivitäten anschließen wird, die vom US-Gesetz verboten sind und in Verbindung mit Spionage, Sabotage, Störung der öffentlichen Ordnung und anderen subversiven dem nationalen Interesse zuwiderlaufenden Aktivitäten in Verbindung stehen.“

Was folgte danach? Der Straftäter wurde von Präsident George H.W. Busch gegen den Willen des Justizministeriums und der Stellungnahme der Generalstaatsanwalts begnadigt. Der damalige Präsident leitete die CIA, als das kubanische Zivilflugzeug am 6. Oktober 1976 mitten im Flug explodierte. (2)

Heute, nach Jahren der Untersuchung weiß man, dass der internationale Terrorist kubanischer Herkunft Pablo Gustavo Castillo Díaz [3], alias El Cojo einer der mutmaßlichen Täter bei der Ermordung des kubanischen Technikers Artaigñán Díaz Díaz am 23. Juli 1976 in Mexiko war; ihm war es gelungen nach dem Verbrechen nach Venezuela zu entkommen, wo er die Flugrouten von der kubanischen Fluggesellschaft in der Karibik studierte und das Flugzeug auswählte, gegen das später der Anschlag verübt wurde.

Man stellte außerdem fest, dass am 11. Oktober 1976, als Orlando Bosch festgenommen wurde, er in Begleitung von Castillo war. Dieser stellte die Bomben her, die später von den venezolanischen Söldnern Freddy Lugo und Hernán Ricardo Lozano im Flugzeug angebracht wurden. Er stellte diese aus dem Sprengstoff und den Zündern her, die ihm von einem Experten des venezolanischen Geheimdienstes Disip im Austausch für einen Fallschirm zur Verfügung gestellt wurde, der dem antikubanischen Terroristen Rolando Otero Hernández, gehörte, der sich selbst Cóndor nannte und der von Luis Posada Carriles innerhalb der Operation Condor angeheuert wurde, die vom chilenischen Geheimdienst geleitet wurde.

Die CIA ist allgegenwärtig, wenn es um Verschwörungen zum Mord oder zur Zerstörung geht, ihre Schuld geht aus den eigenen Dokumenten hervor, die Zeugnis davon ablegen, dass sie vorher von den Plänen Kenntnis hatte, die zum Anschlag gegen das kubanische Flugzeug führten und nichts getan hatte, um ihn zu verhindern oder den kubanischen Behörden eine schlichte Warnung zukommen zu lassen.

Ein geheimes deklassifiziertes Dokument der CIA mit Datum vom 13. Oktober 1976 mit der Kennziffer „Terreno Nr. 7514“ identifiziert die Quelle als: „ein ehemaliger Beamte der venezolanischen Regierung, der gewöhnlich ein zuverlässiger Informant ist“ und warnte: „Diese Information darf nicht mit keinem ausländischen Beamten diskutiert werden, auch mit niemandem der Regierung Venezuelas.“

Der Text über den Plan des Anschlags besagt: „ Bosch erklärte: « Jetzt, da unsere Organisation bei Letelier gute Arbeit geleistet hat, wollen wir etwas Größeres versuchen».

In dem Bericht heißt es weiter: „Wenige Tage später konnte man Posada während eines Essens um Geld zu sammeln, sagen hören: « Wir werden einen Anschlag auf ein kubanisches Flugzeug machen» und « Orlando weiß die Einzelheiten»“.

Nach dem Absturz des kubanischen Flugzeugs schlug Posada vor, den Terroristen Orlando Bosch aus Venezuela herauszuschaffen und am 9. Oktober ging dieser auf kolumbianisches Territorium.

Vorher, am 22. Juni 1976 wusste die CIA bereits von den Plänen des Anschlags auf das kubanische Zivilfluzeug, das geht aus einem CIA Dokument hervor, das auf diesen Tag datiert ist und in dem es heißt:

„ Geheimer, sensibler Bericht, Quellen und Methoden des Geheimdienstes involviert. Nicht an Ausländer weitergeben. Nicht zwischen Auftraggebern und unter Vertrag stehenden Beratern diskutieren. Dann heißt es weiter: « Ein Geschäftsmann mit enger Verbindung zur Gemeinde des kubanischen Exils. Für gewöhnlich ein zuverlässiger Informant. Er enthüllte, dass eine Gruppe extermistischer Exilkubaner, unter der Leitung von Orlando Bosch plant, eine Bombe während eines Flugs der Fluglinie Cubana de Aviación zwischen Panama und Havanna an Bord explodieren zu lassen. Die Originalpläne für die Operation sahen vor, am 21. Juni 1976 zwei Bomben im Flug 467 zu deponieren, der um 11.15 Uhr Panama verlassen sollte. (4)

Von dem Dokument wurden Kopien an das Außenministerium, die Leitung des Armeegeheimdiensts, an die Armee, die Marine, die Luftwaffe, das FBI und die CIA versandt, aber die kubanische Regierung wurde nicht informiert. Dieses Dokument präzisierte, dass zwei Bomben angebracht werden sollten, was tatsächlich in Barbados geschehen ist, erwähnte Orlando Bosch als den Urheber des Verbrechens und erwähnte außerdem, dass es sich um ein Zivilflugzeug der Cubana de Aviación handle: Über alle diese präzisen Daten verfügte die CIA vier Monate bevor am 6. Oktober 73 Menschen, darunter 57 Kubaner ihr Leben verloren.

Wie man weiß bleibt zwischen Himmel und Erde letzendlich nichts verborgen, jedes Geheimnis kommt eines Tages ans Licht. 41 Jahre später werden immer neue Enthüllungen über dieses schreckliche Verbrechen bekannt, während die Täter geschützt von den Behörden, weiterhin ungestraft in den Vereinigten Staaten leben.


*Investigador del Centro de Investigaciones Históricas de la Seguridad del Estado
[1] Documento archivado en la Fiscalía General de los Estados Unidos con el número A28 851 622
[2] El criminal Orlando Bosch Ávila murió impune en la ciudad de Miami.
[3] Este terrorista murió impune en la ciudad de Miami.
[4] Véase más información sobre este plan en el libro Cielo Amenazado, del propio autor.