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Photo: Estudio Revolución

Der Vorsitzende des Nationalen Verteidigungsrates, Armeegeneral Raúl Castro Ruz, leitete am Mittwochabend eine Sitzung mit Führungskräften der Partei, des Staates und der Regierung, auf der die von Hurrikan Irma hervorgerufenen Schäden und die während des Wiederaufbaus vorzunehmenden Aktionen eingeschätzt wurden.

Raúl würdigte die harte geleistete Arbeit an jedem der Orte, die von den zerstörerischen Witterungsunbilden betroffen wurden, welche praktisch die gesamte Insel heimsuchten. Seiner Meinung nach sei sehr hart gearbeitet worden und wenn man aus dieser schwierigen Situation einen Nutzen ziehen könne, dann sei es, sofort sämtliche Erfahrungen zu sammeln, um künftig besser vorbereitet zu sein.

Er wies darauf hin, dass die gegenwärtige Hurrikan-Saison noch bis zum 30. November andauert, die als intensiv eingestuft wurde und ein klares Ergebnis des Klimawandels sei, an den wir uns anpassen müssen.

Der Armeegeneral rief dazu auf, unermüdlich weiter zu arbeiten, die Probleme mit Gelassenheit anzugehen und das Volk über alle möglichen Wege über die Situation zu informieren, die das Land durchlebt.

Auf der Sitzung wurde erwähnt, dass der Richtungsverlauf dieses Hurrikans durch mehrere Provinzen hindurch dazu zwang, 1.738. 000 Menschen zu evakuieren, von denen 86% in Häusern von Nachbarn und Verwandten Schutz fanden. Der Leiter des Generalstabs der Zivilverteidigung, Divisionsgeneral a.D. Ramón Pardo Guerra, berichtete, dass über 26.000 Menschen noch immer in den Evakuierungszentren seien.

Wie er ausführte, arbeitet das Nationalbüro für Statistik und Information an der Einschätzung der Schäden und in den kommenden Tagen werde es erste vorläufige Zahlen geben.

Alfredo López Valdés, Minister für Energie und Bergbau, führte aus, dass die stärkste und am schwierigsten zu lösende Auswirkung am Wärmekraftwerk Antonio Guiteras in Matanzas entstand. Das Pumpenhaus, in dem der Umlauf des Meerwassers erfolgt, welches eine Schlüsselrolle im Kühlsystem innehat, wurde von den Wellen total zerstört.

Hochspezialisiertes Personal arbeitet dort daran, die Schäden zu beseitigen, damit das Wärmekraftwerk in den kommenden Tagen seinen Betrieb wieder aufnimmt.

Außerdem entstanden Schäden an 15 Übertragungsleitungen und mehr als 3 600 Pfosten sowie an 2 039 Kilometern Stromleitungen. Es werde Tag und Nacht gearbeitet, um den Service wieder aufzunehmen, versicherte der Minister, der sagte, dass dies das erste Mal gewesen sei, in dem das gesamte Ernergieversorgungsnetz des Landes außer Betrieb gewesen sei.

Etwa 90 Erdölbohrungen an der Nordküste des Westens und des Zentrums der Insel seien ebenfalls durch den vom Hurrikan hervorgerufenen starken Wellengang beschädigt worden.

López Valdés lobte die Arbeit der gemischten Brigaden, die auf Anweisung des Armeegenerals in den geschädigten Territorien gebildet wurden und die nun Säuberung, Zersägen gefallener Bäume, Ausheben von Löchern und Transport von Pfosten übernehmen.

Abschließend erwähnte er, dass die größten Anstrengungen zur Wiederaufnahme der Stromversorgung in den Provinzen Villa Clara und Ciego de Ávila erfolgen, wo die schwierigsten Schäden entstanden sind.

Das Ministerium für Bauwesen nimmt an den Aufbauarbeiten mit über 20 400 Bauarbeitern und 855 Baufahrzeugen teil, die für den Abtransport von Schutt, Reparatur von Straßen, Brücken und Abwasserkanälen sowie für die Instandsetzung von Wohnungen und sozialen Einrichtungen im Einsatz sind.

René Mesa Villafaña, Minister für Bauwesen, erläuterte, dass die schwersten Schäden in der Wohnsubstanz entstanden sind, insbesondere bei Dächern. Auch wenn noch keine exakten Angaben über die Schäden vorliegen, werde bereits an der Hilfe für die Betroffenen gearbeitet, weshalb die Zementfabriken und jene, die Dachplatten aus Asbestzement herstellen, mit voller Kapazität arbeiten. Diesem Zweck werde in den kommenden Tagen auch die Fabrik für Endlos-Platten von Camagüey zugeführt.

Die schwersten Schäden in der Landwirtschaft konzentrieren sich auf den Bereich der Geflügelwirtschaft, denn Dutzende von Ställen zur Eierproduktion haben ihre Dächer verloren. Julio A. García Pérez, erster Vizeminister für Landwirtschaft, erläuterte, dass auch die Futtermittelherstellung, sowie die Bananen-, Mais- und Obstbaumkulturen beeinträchtigt worden seien.

Gegenwärtig werde die Arbeit der Reaktivierung der Aussaat von gemischten Kulturen intensiviert, wofür Saatgut, Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmittel zur Verfügung stünden.

An dieser Stelle schätzte der Vizepräsident des Staats- und des Ministerrates José Ramón Machado Ventura ein, dass sich trotz der entstandenen Schäden die Landwirtschaft heute in besserem Zustand befindet als in früheren Zeiten, um sich von diesem schweren Schlag zu erholen.

Der Minister für Gesundheitswesen Roberto Morales Ojeda berichtete, das das Gesundheitssystem während des Durchzugs des Hurrikans leistungsfähig blieb und es bisher weder in den Evakuierungszentren noch in irgendeinem Territorium zum Ausbruch übertragbarer Krankheiten gekommen sei. Bezüglich der Mitarbeiter, die gegenwärtig in den vom Hurrikan heimgesuchten Ländern der Karibik arbeiten, sagte er, dass es ihnen gut gehe und sie sich am Wiederaufbau jener Inseln beteiligen.

Er gab bekannt, dass 516 Gesundheitseinrichtungen beschädigt wurden und daran gearbeitet werde, diese so schnell wie möglich wiederherzustellen. Er fügte hinzu, dass gegenwärtig das Hauptaugenmerk auf die Sanierung der Umwelt und die Kontrolle von Krankheitserregern gerichtet werde, wofür alle Ressourcen zur Verfügung stünden.

Was die Beeinträchtigungen des Tourismus betrifft, erwähnte der Minister für Tourismus Manuel Marrero Cruz, dass es bei Eintreffen des Hurrikans auf der Insel über 51 000 Urlauber gegeben habe, von denen sich etwa 45 000 an der Nordküste befanden. Allein von den kleinen Inseln Santa María, Coco und Guillermo mussten etwa 10 000 Kunden evakuiert werden.

Er versicherte, dass die beschädigten Infrastrukturen wiederhergestellt werden, wodurch garantiert sei, dass die für die Hochsaison bereit seien, die Anfang November beginnt.

Am Ende der Sitzung hob der Vorsitzende des Nationalen Verteidigungsrates die Notwendigkeit hervor, die Probleme mit Intelligenz anzugehen, indem insbesondere auf lokaler Ebene die besten Erfahrungen aus vorhergehenden Hurrikans angewendet werden. In diesem Sinne erwähnte er die in Santiago de Cuba und Guantánamo geleistete Arbeit, die von den Hurrikans Sandy (2012) und Matthew (2016) heimgesucht wurden.

Der jetzige Schlag sei sehr hart gewesen und dehne sich auf fast das gesamte Land aus, erklärte er, aber durch harte Arbeit werde es wieder möglich sein, vorwärts zu kommen.