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Mit dem neuen Biokomposter werden die Abfallprodukte aus der Schweinezucht genutzt. Foto: Romero Cruz, Yusmary

ARTEMISA – Vor über drei Jahrzehnten äußerte eine alte Frau, deren Häuschen abgelegen auf einem Hügel lag und die jeder unter dem Namen Pelusa kannte, dem damaligen Verwalter einer nahegelegenen Schweinefarm gegenüber den Wunsch, eines Tages in ihrem Häuschen Licht zu haben. Angesichts dieses Geständnisses wollte der junge Mann nicht tatenlos bleiben und improvisierte eine hausgemachte Leitung, die den elektrischen Strom bis zu ihrem Haus führte.

Jene Großmutter konnte sich damals nicht vorstellen, dass ihre Geschichte die Inspiration für ein neues Unternehmen liefern würde.

Auf dem Gipfel des Hügels wird nun ein Teil des erneuerbaren Energieprojekts entstehen, das ihren Namen trägt; genau dort wird ein neuer Windpark entstehen.

Der junge Mann von damals ist heute Präsident der Kooperative (CPA) Antero Regalado mit Sitz in der zu Mariel gehörenden Gemeinde Dominica und er treibt diese Initiative an, die noch viel umfassender ist.

WARUM MACHEN WIR KEIN PROJEKT?

Der Präsident der Kooperative Raúl Pigueiras Fernández erklärt, dass ausgehend von den Perspektiven, die die Sonderentwicklungszone Mariel eröffnet, die Idee entstanden sei, 113 Hektar der Kooperative mit Photovoltaik-Paneelen zu versehen.

„Compañeros aus der Landwirtschaft, des Ingenierunternehmens und des Elekrizitätsprojekts haben uns besucht und wir sind übereingekommen diesen Boden dafür zur Verfügung zu stellen, um bei der Erzeugung der elektrischen Energie des Landes behilflich zu sein... Dann sagte uns Alberto Rodríguez von Elekrizitätsprojekt: „Warum machen wir kein Proejkt für erneuerbare Energie?“

Nachdem einige Studien gemacht worden waren, kam man zu dem Schluss, dass an diesem Ort alle Gegebenheiten für erneuerbare Energie vorhanden waren und man entschied, das Projekt ins Leben zu rufen, das sich zur Zeit in der Phase der Vorbereitung und Organisation befindet.

MÖGLICHKEITEN DIE ES ZU NUTZEN GILT

Die Kooperative, die nächstes Jahr am 14. Februar 40 Jahre alt wird, umfasst 1.596 Hektar und produzierte bis zum Jahr 2000 Zuckerrohr. Danach wandte sie sich der Aufgabe der Diversifizierung der Produktion zu.

Dieses Jahr hat sie sich als Ziel gesetzt 4.000 Zentner an diversen landwirtschaftlichen Erzeugnissen, 100.000 Liter Milch sowie 36 Tonnen Schweine- und 38 Tonnen Rindfleisch zu liefern. Im Jahr 2016 hat sie den Plan übererfüllt und sie machte einen Gewinn von über 86.000 Pesos.

„Wir haben beschlossen, dieses Projekt anzugehen, weil es von großer Bedeutung und sozialer Reichweite ist und in Zukunft anderen produktiven Formen des Landes als Erfahrungsmuster dienen kann“, sagte Pigueiras.

Zweck ist, das energetische Potenzial der verfügbaren Ressourcen des Gebiets zu nutzen und dabei die Besonderheiten der Naturräume zu berücksichtigen, auf die man zurückgreifen kann, wo man Einrichtungen entwerfen und errichten kann, um die Ressourcen optimal zu nutzen.

Außer dem bereits erwähnten Windpark soll auf dem Hügel eine solare photovoltaische 10 Kilowatt Minizentrale mit Paneelen auf dem Boden eingerichtet werden. An anderer Stelle wird eine mit mehr Kilowatt und Paneelen auf dem Dach entstehen.

Zu den vorgesehenen Plänen gehört auch der Bau von Biokompostierern: einer von 340 Kubikmetern und ein weiterer von 70.

„Wir müssen damit in diesem Jahr beginnen, damit wir bis zum Geburtstag der Kooperative fertig sind. Wenn sie einmal in Betrieb sind, können wir damit die Ausscheidungen vom Rind (wir haben im Augenblick 700 und wollen auf über 1.200 Sück aufstocken) und vom Schwein ( 290 mit eine Kapazität für 400) behandeln.

Wir haben immer auf das Wohlergehen der Kooperativemitglieder und deren Familienangehörigen geachtet. Wenn es gelingt, für die Zubereitung der Nahrungsmittel Methangas anstelle von Strom zu verwenden, können wir den Verbrauch an elektrischer Energie vermindern und außerdem können die Familien so Geld sparen.

So kommen 326 Ortsbewohner und die Praxis des Familienarztes in den Genuss und außerdem wird das Gas dazu benutzt, um die Nahrungsmittel für die Kantine zuzubereiten, wofür man zur Zeit Feuerholz verwendet. Unterdessen dienen uns die Stoffe aus den Kompostierern als natürlicher Dünger für die Felder, der die Fruchtbarkeit der Böden verbessert.

Man hat außerdem festegestellt, dass man einen Ministaussee in der Nähe nutzen kann. Zunächst wird man die Siele verbessern. Dann werden wir Hydroenergie und Druckpumpen montieren, um so das Wasser in das Gebiet der Schweinezucht zu leiten, die Felder zu bewässern und extensiv Fische zu züchten. Wir überprüfen auch die Möglichkeit solarer Warmwasserbereiter für das Ärztehaus.

Das geplante Pelusa Projekt, das 2020 mit der Auswertung der Ergebnisse abgeschlossen werden soll, beinhaltet 16 Maßnahmen und die Erzeugung sauberer Energie in der Kooperative könnte den aktuellen Jahresverbrauch verdoppeln.“

AUS DER PRAXIS LERNEN

Wie Pigueiras sagte, ist „ die Idee, dass die CPA ihren eigenen Elektrizitätsbedarf deckt, zur nationalen Stromversorgung beiträgt, die Umwelt verbessert und Auswirkungen auf die soziale Lage der Bewohner hat, zur Verbesserung der Ernährung des Volkes beiträgt und Importe ersetzt.  

Wenn man nur eine einzige Kooperative betrachtet ist die Ersparnis nicht erheblich, aber wenn das Projekt sich ausdehnt, würde sie beachtlich sein, denn der landwirtschaftliche Sektor verbraucht viel Elektrizität“.