OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Eroíldes gehört dem produktivsten Duo an Photo: Jorge Luis Merencio

BARACOA – Jeden Tag, hat das Duett Eroíldes-Elio bereits vor Sonnenaufgang seine T-Sirts vollgeschwitzt und die erste Reihe von Blocks ist aus ihren Händen entstanden.

„Wir stehen um vier Uhr morgens auf und eine halbe Stunde später sind wir bereits dabei die Mischung vorzubereiten. So können wir die ersten Morgenstunden nutzen und sind nicht so der erstickenden Hitze dieser Monate ausgesetzt.

Wenn die Sonne richtig brennt, beenden wir unser Tagewerk, dann haben wir im Durchschnitt 336 Blöcke hergestellt“, erkärt uns Eroíldes Rodríguez Leyva, der zusammen mit Elio Durand Santiago dem produktivsten der acht Duos angehört, die in der Miniindustrie zur Materialherstellung Cabacú 2 arbeiten.

Die Leistung dieser beiden Arbeiter hat entscheidend dazu beigetragen, dass besagtes Zentrum die besten Ergebnisse von 12 Zentren dieser Art hervorgebracht hat, die heute in Baracoa in Betrieb sind, hauptsächlich um die von Hurrikan Matthew zerstörten Häuser wieder aufzubauen.

Vom nicht staatlichen Arbeiter William Richard Tabares Aranda geführt, hat diese Miniindustrie seit ihrem Start im November bereits über 110.000 Blöcke hergestellt, die sie an das Industrieunternehmen Locales Varias verkauft, das auch die Einrichtung mit Rohstoffen versorgt.

Wenn die Zulieferung von Zement, Sand und Granit stabil ist, können täglich 2 000 Blöcke hergestellt werden. Damit kann man drei Häuser des Typs bauen, die subventioniert gebaut werden, und für die je 750 Blocks benötigt werden, erklärt Tabares Aranda.

„Das bedeutet, dass mit den bis Mitte Juni produzierten 110.000 Blöcken 146 dieser Häuser oder 91 konventionelle Wohnungen gebaut werden konnten, für die man durchschnittlich 1.200 Blöcke benötigt. Das erfüllt uns Stolz und motiviert uns weiterzumachen.“
HORIZONTE - BESCHÄFTIGUNGSQUELLEN

Cabacú 2 ( Cabacú 1 liegt ganz in der Nähe) produziert vier Typen von Betonblocks, was es ermöglicht, die Nachfrage nach diesem Baumaterila besser zu befriedigen. Dazu verfügt es über die gleiche Anzahl von von Hand zu bedienender elektrischer Maschinen, die in Baracoa mit eigenen Mitteln hergestellt wurden.

Wegen der schweren mit der Herstellung der Blöcken verbundenen Arbeit, gibt es in der Miniindustrie zwei Brigaden mit jeweils acht Mitgliedern, die durchschnittlich fünf Stunden am Tag arbeiten.

„Die Arbeiter bekommen 40 Centavos pro Block. Im Durchschnitt verdienen sie also 60 Pesos am Tag, die auch andere Arbeiten wie die Zufuhr und Beladung der verschiedenen Transportmittel beinhalten. So kann man bei 20 Tagen Arbeit auf 1.200 Pesos kommen“, erklärt William Richard.

Er führte weiter aus, dass das Kollektiv mit acht Arbeitern begonnen habe, eine Zahl, die sich bereits verdoppelt hat, und man auf 40 Arbeiter aufstocken möchte, wenn, wie vorgesehen auch andere Produktionen wie z.B.Fliesen und Wassertanks aufgenommen würden.

Ich wollte ubendingt etwas machen, weder zuhause noch auf der Straße sein, ohne etwas Produktives zu tun, sagte Juan Antonio Photo: Jorge Luis Merencio

„Unser Ziel ist es, hier ein komplettes Modell einer konventionellen Wohnung herzustellen, wofür man 1.200 Blöcke, 44 Platten für Kanäle, 75 Quadratmeter Fliesen und den besagten Tank benötigt. Auf diesem Weg sind wir im Augenblick dabei drei Pressen zu beschaffen und eine Örtlichkeit herzurichten, um Zement und Schüttgut zu lagern, womit wir dann in großem Maße die Schwankungen bei den Lieferungen ausgleichen könnten, die oft zu einem Stillstand der Produktion geführt haben“.

William Richard hebt die Jugend der Mehrheit seiner Arbeiter hervor und die Tatsache, dass das Kollektiv konstant bleibt und auch ehemalige Häftlinge assimiliert habe, die eine gute Arbeitsdisziplin beibehielten.

DER JÜNGSTE

Der 19 jährige Juan Antonio Fonseca fand in Cabacú 2 den Ort, um seine ersten Arbeitserfahrungen zu machen und konnte dabei von seinen Kenntnissen zehren, die er im Politechnikum erworben hat, wo er vor einigen Monaten sein Diplom als Maurer erhalten hat.

„Ich wollte sofort anfangen zu arbeiten und nicht zuause oder auf der Straße rumhängen, ohne etwas zu tun. Kaum hatte ich also das Politechnikum beendet, da habe ich auch schon inder Miniindustrie angefangen. Zuerst habe ich die Überreste von kaputten Blöcken gesammelt und sie in einer Maschine gemahlen und vor einiger Zeit mache ich nun bei der Verarbeitung der Wandelemente mit.

Mir geht es gut, ich bin zufrieden. Die Bezahlung ist gut. Wenn ich meine Grundbedürfnisse befriedigt habe, helfe ich meiner Mutter, mit der ich zusammenlebe, denn mein Vater wohnt in Havanna. Sie sind froh darüber, dass ich arbeite und ermutigen mich weiterzumachen, die Dinge gut zu machen, diszipliniert zu sein und mich weiterzubilden“, erzählt Juan Antonio, über den William Richard nur Gutes zu berichten weiß.

OHNE DIE UMWELT ZU SCHÄDIGEN

Der gewaltige Hurrikan zog 42.338 Wohnungen in der Provinz Guantanamo in Mitleidenschaft, der größte Teil davon in Baracoa und Maisí. Um zur Behebung der Schäden an diesen Gebäuden beizutragen, hat das Land beschlossen, in der Provinz 23 neue Miniindustrien einzurichten, die vor Ort Baumaterial herstellen. 17 davon sind bereits in Funktion.

Wie Cabacú 2 beweist, hat die Produktion dieser Einrichtungen bereits erhebliche Auswirkungen bei der Wiederherstellung der vom Hurrikan beschädigten Häuser.

Wenn diese entscheidende Aufgabe erst einmal bewältigt ist, werden diese kleinen Fabriken sich ganz sicher dem Bau neuer oder der Verbesserung der bereits bestehenden und dem Aufbau von sozialen und wirtschaftliche Gebäuden widmen, vor allem in der gebirgigen Region. Sie sind gekommen, um zu bleiben.

Die Verwendung natürlicher Rohstoffe der Umgebung in den Miniindustrien erfordert aber, und das ist von großer Wichtigkeit, die genaueste Beachtung der Umweltgesetze. Jedes Sandkorn, das z.B.man den Flüssen, Stränden und Sandbänken entnimmt, bedarf der Genehmigung und Beratung durch die entsprechenden Organe, ausgehend vom Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Umwelt (Citma), das den Auftrag hat, die Orte und die exakte Menge, von dem, was entnommen werden darf, festzulegen.