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Trotz der nahezu völligen Zerstörung seines Hauses und der Lebensgefahr, in der er sich befand, hielt Wilder eine Zeitlang die Kommunikation aufrecht Photo: Jorge Luis Merencio

BARACOA, Guantánamo – Wilder Jiménez Olivero, Funkamateur aus La Cuchilla, ist bei Hurrikanen schon immer zu Hause geblieben, um Kontakt zu anderen Stationen zu halten.

Er erzählt, er habe sein Leben nie wirklich in Gefahr gewähnt, da seine Wohnung, obwohl aus Holz und gedeckt mit einem Faserzementdach, vergleichsweise komfortable Sicherheit geboten habe.

Aus diesem Grund entschied er sich wieder einmal gegen die Evakuierung und dafür, stattdessen seine Mission als Kommunikator zu erfüllen. Er hatte allerdings seine Frau vorsorglich nach Cabacú am Stadteingang von Baracoa geschickt.

Als in den frühen Abendstunden des 4. Oktobers die Winde des Hurrikans allen Widerstand brachen und Flugobjekte jeglicher Art ringsumher einschlugen wie Bomben, suchten Wilder und sein Nachbar Saturnino Abreu Zuflucht unter einem Tisch, der seinerseits von einer Sprungfedermatratze bedeckt war.

“In diesen extremen Bedingungen erhielt ich auf meinem Mobiltelefon einen Anruf aus Guantánamo von meinem Onkel Amado Jiménez Lafita, dem ich eine Zusammenfassung über die Geschehnisse und die Zerstörungen, die man hören konnte, gab. Da hatte der Hurrikan schon das Antennensystem meines Funksenders zerrissen, was es unmöglich machte, auf diesem Wege zu kommunizieren.

Später kontaktierte ich mittels eines Walkie Talkies Sinecio Alba Lobaina, den Präsidenten der Filiale Baracoa des Verbands der kubanischen Funkamateure, und setzte ihn über die Situation ins Bild, in der ich mich befand und über das, was sich abspielte: donnernd fallende Bäume, entsetzlich heulender Wind und der Aufprall verschiedener Objekte.  

Irgendwann kroch Saturnino unter dem Schutz hervor und sagte mir erschrocken: >Wir sind nur durch ein Wunder noch am Leben. Lass uns bloß von hier verschwinden!< Er hatte gesehen, dass das Haus so gut wie vollständig zerstört und keine der 90 Dachpfannen mehr da war. Wir nutzten einen Augenblick relativer Ruhe und machten uns auf den Weg zur nahe gelegenen medizinischen Anlaufstelle.“

Jiménez Olivero arbeitet im nichtstaatlichen Sektor als Reparateur elektronischer Anlagen. Er ist 48 Jahre alt und seit 16 Jahren als Funkamateur aktiv.

“In den ungefähr vier infernalischen Stunden unter dem Tisch hatte ich Muskelkrämpfe und an einem Punkt bekam ich einen Anfall von Unterzuckerung. Immerhin, eine Zeitlang war es mir möglich, die Kommunikation aufrechtzuerhalten – bis die Batterien den Geist aufgaben.“