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Baracoa wurde von Hurrikan Matthew schwer getroffen Photo: EFE

Gestern um 18 Uhr traf der vordere Teil des Auges des gewaltigen Hurrikans Matthew, Kategorie 4 der Saffir-Simpson Skala, im äußersten Osten, in der Gegend von Punta Caleta, im Kreis Maisí in der Provinz Guantanamo, auf kubanisches Gebiet. Bereits vor dem ersten Kontakt, der vom Radar in Gran Piedra registriert wurde, hatten die die Ausläufer des gigantischen atmospärischen Phänomens bereits Verwüstungen in der Gegend von Maisí, westlich davon im benachbarten Imías und im Norden in der Stadt Baracoa angerichtet.

Vor dem Eintreffen des Auges kam es dort bereits zu heftigem Regen und zu Winden über 120 Stundenkilometer. Die Folge davon war, dass die über Land Verbindungen dieser drei Kreise mit der Provinzhauptstadt unterbrochen waren.

In den zwei ersten Stunden in denen sich der Hurrikans über Guantanamo befand, waren die wichtigsten Straßen in Imías von Bäumen blockiert, die von dem heftigen Sturm entwurzelt wurden, während die Bewohner Baracoas beobachten konnten, wie ihr Malecón, ihre Uferstraße, von gewaltigen Wellen überspült wurde, die das Eindringen des Meeres hervorriefen, eine Gefahr, vor der schon früh gewarnt wurde und die die gesamte Nordküste von Guatanamo bis Camagüey betraf. Es dauerte auch nicht lange, bis die Flüsse anzusteigen begannen.

Kurz nachdem der Hurrikan zum ersten Mal kubanisches Gebiet berührt hatte, wurden bereits aus Moa, der am weitesten östlich gelegene Kreis der Provinz Holguín, der im Osten an Baracoa grenzt, heftige Winde, hohe Wellen und Eindringen des Meeres berichtet.

Aber die Bewohner Moas waren vorbereitet. Sie wussten, dass das Meer bis zu 300 m weit ins Land dringen kann und hatten sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht.

Die ersten gefährlichsten Auswirkungen waren dadurch bedingt, das Matthew eine Zeit an der Stelle stillstand, an der er in kubanisches Gebiet eintrat.

In dem Gebiet gab es Winde bis zu 180 km in der Stunde. Photo: EFE

Von 18 Uhr bis zu Redaktionsschluss blieb das Zentrum des Hurrikans dort stehen und dieser Teil des Ostens von Kuba, Imías, Baracoa, Maisé in Guantanamo und auch die Provinz Holguín wurden schwer getroffen.

Die ganze Zeit war das Gebiet heftigem Regen, anhaltenden Winden bis zu 180 Stundenkilometern und dem Eindringen des Meeres an beiden Küsten ausgesetzt.

Durch den anhaltenden Sturm wurden Wohnungen, Läden und andere Einrichtungen, vor allem deren Dächer in Mitleidenschaft gezogen und er verursachte das Umstürzen zahlreicher Bäume, darunter auch viele Kokospalmen.

In Bate Bate wurde wegen der heftigen Wellen innerhalb kürzester Zeit der Verkehr zum benachbarten Dorf Baitiquiri unterbrochen.

In Baracoa und an anderen Orten war die Stromversorgung unterbrochen. Eine Havarie der Glasfaserkabel beeinträchtigte die Verbindungen mit San Antonio del Sur, Imías und Maisí.

Als Folge davon wurde die Verbindung mit diesen Gebieten durch Amateurfunker und mit Maisí über Satellit aufrechterhalten.

Bei dem Treffen des Verteidigungsrats der Provinz, an dem auch der stellvertretende Minster der Revolutionären Streitkräfte General Ramón Espinosa Martín teilnahm, versicherte man, dass man über die erwähnten Wege eine Kommunikation mit Baracoa aufrechterhalte.

Einige der wasserreichsten Flüsse Kubas verlaufen vom Gebirge in die Stadt, suchen sich mit Gewalt ihren Weg und fügen der Bevölkerung und den wirtschaftlichen Ressourcen große Schäden zu.

Auch Caimanera unterliegt einer besonderen Überwachung, weil es sich in einer tiefgelegenen Zone befindet und an die Bucht von Guantanamo grenzt, was es auch zu einem Opfer des eindringenden Meeres machen könnte.

Angesichts dieser Besonderheiten sagte der Vorsitzende des Verteidigungsrates der Provinz Denny Legrá Azahares, dass wenn die Evakuierung weiterer Personen aus diesen Orten nötig werde, diese durchgeführt würden, denn das wichtigste sei der Schutz des Lebens.

Bis gestern wurden in der Provinz 227 598 Personen evakuiert, davon 182 281 in Häuser von Familienangehörigen und Freunden und 45.508 in staatliche Einrichtungen.

Dr. José Rubiera vom Prognostischen Zentrum des Meteorologischen Instituts erklärte, dass das Verbleiben von Matthew an einem Ort durch ein Hoch im Norden verursacht werden könnte und dies müsste auf eine Zugkraft warten, die den anderen Organismus dazu bringe, sich nach Nordosten Richtung Florida zu bewegen.

Der Meteorologe sagte, dass der Durchmesser des Auges von Matthew an die 28 km betrage. Er sagte außerdem, dass er Kuba an einer Stelle in der Nähe der Bucht von Mata östlich des Kreises Baracoa verlassen werde.