OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
An der Konferenz nehmen Delegierte aus über 45 Ländern teil. Photo: Anabel Díaz

Es ist ein schöner Anblick, wenn sich heutzutage Menschen versammeln, um über Martí zu sprechen. Zu sehen, wie Politiker, Soziologen, Schriftsteller und Wissenschaftler seit gestern mit Studenten, Bauern, Angehörigen unterschiedlichster Organisationen, Ethnien und Denkschulen zu einem gemeinsamen Anliegen zusammenkommen: José Martí.

Sie kommen zu dieser Konferenz, weil die Welt sich in einer schweren Krise befindet. Das sagen sie, das sagen die Nachrichten, das sagen alle. Uns wird das von Abel Prieto bestätigt, dem Schriftsteller, Anhänger Martís und Berater des kubanischen Präsidenten. Wir trafen ihn am Ende des ersten Sitzungstages, als er mit einem anderen bedeutenden Denker Lateinamerikas, Atilio Borón, im Gespräch war.

Diese Bilder von Emigranten, das Foto jenes ertrunkenen syrischen Kindes, das um die Welt ging, die Verzweiflung, die Verantwortlichen für Hunderte von Konflikten, die sich wie Pilatus die Hände waschen, auf die andere Seite blicken. All das macht uns die Krise deutlich, sagt er.

Man möchte, dass die Menschheit sich daran gewöhnt den Völkermord und das ökologische Drama als etwas Alltägliches anzusehen. Die Menschen leben in einer Art wahnhaften Präsentismus. Es wird immer weniger gelesen. Man möchte, dass unsere Kinder und Jugendlichen süchtig nach Videospielen werden und diese Videospiele regen immer nur zur Gewalt an, fügt er hinzu und guckt auf Borón, der sich in eine Ecke zurückgezogen hat, um zu lesen.

Das hat dazu geführt, dass die Welt sich in einen Ort verwandelt hat, in dem die humanistische Kultur, die der Kapitalismus in seiner Blütezeit (Renaissance, Aufklärung) selbst geschaffen hat, in Scherben liegt. Wir haben es mit einer schwerwiegenden kulturellen Krise zu tun, in der die Menschen, die immer weniger lesen, sich dem Konsum von leeren, oberflächlichen Bildern hingeben. Und deswegen sind diese Jugendlichen hier. Um einen Weg aus dieser Krise zu suchen, vorwärts zu kommen... Diese Menschen sind auf der Suche nach dem Gleichgewicht der Welt nach Kuba gekommen; und dass die Leute hier sind, um über den Frieden, den Humanismus, die Gerechtigkeit und über Martí zu sprechen, bedeutet uns sehr viel.

Die Sociedad Cultural und das Büro des Martianischen Programms haben intensiv daran gearbeitet, dieses Projekt zu verwirklichen, um diese Konferenz wieder aufzunehmen, die bis jetzt nur einmal im Jahr 2003 stattgefunden hat. Man wollte eine globale Bindung zwischen Menschen verschiedener politischer Ausrichtungen erreichen, die zu linken Organisationen, zur Kultur des Widerstands gehören; zu Personen die ein anti-hegemonitisches Denken aufweisen, die angesichts der Evolution dieser Krise der Ethik, der Werte, der Kultur und bezüglich der Herrschaft, über die wir gesprochen haben, sehr besorgt sind.

Atilio hört zu, nickt. Abel spricht langsam. Er führt aus, das unbestritten der Faschismus, der Rassismus und die Intoleranz im Anwachsen begriffen sind und dass man immer weiter gewaltsame Lösungen für Konflikte durchsetzt. Aber jene, die zu dieser Konferenz gekommen sind, sind Menschen, die in Kuba nach einem Paradigma suchen, das ist, was sie in unserem Land sehen und vor allem in der Person José Martís.