OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Herman Portocarero, Botschafter und Leiter der EU-Delegation in Kuba (links) und Alain Bothorel, beratender Minister dieser Vertretung. Photo: Marcelino Vázquez (AIN)

Die Möglichkeiten, das Spektrum der kubanischen Produkte für den europäischen Markt immer mehr auszuweiten, sowie die Auswirkungen der Wirtschaftsbeziehungen zwischen dem Karibikland und diesem wichtigen Wirtschaftsblock standen am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz im Zentrum der Worte von Herman Portocarero, Botschafter und Leiter der Vertretung der Europäischen Union in Kuba.

Der Diplomat erläuterte, dass dieser regionale Organismus für die allgemeinen Rahmenbedingungen der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden Parteien verantwortlich zeichnet, während spezifische Fragen von jedem Mitgliedsland abhängen. „Was wir tun, ist, Wege zu eröffnen“, folgerte er.

Er fuhr fort: „Die Europäische Union stellt für Kuba den zweitwichtigsten Handelspartner und den größten Markt seiner Exporte dar. Sie steht auch an zweiter Stelle, nach Venezuela, in Bezug auf die Importe, die von Kuba aus in Rechnung gestellt werden.“

In einem für die Nachfrage von Investoren verschiedener ausländischer Unternehmen günstigen Szenarium, warnte er, sei es wichtig, sich daran zu erinnern, dass die Europäische Union als Partner eine viel reifere Beziehung habe, was im Einklang mit dem ausdrücklichen Willen Kubas stehe, seine Märkte zu diversifizieren, anstatt sich an nur einen zu klammern.

Seinerseits sagte Alain Bothorel, beratender Minister der Delegation der Europäischen Union in Kuba, dass mit dem Karibikstaat verhandelt werde, um als neuralgischen Schritt in diesen Beziehungen den Handel zu erleichtern. Dies schaffe das notwendige Umfeld, damit Kuba auf diesem Markt besser konkurrieren könne.

Auf die Frage von Granma bezüglich der europäischen Perspektiven, was Branchen, Waren und Dienstleistungen angeht, angesichts des Angebotskatalogs für ausländische Investitionen und der Bedeutung für unser Land, sich im Handelsspektrum dieses Blocks zu positionieren, hob Portocarero das regionale Interesse zur Förderung der Zusammenarbeit hervor, ausgehend vom kubanischen Potenzial in mehreren Bereichen, insbesondere dem pharmazeutischen, der seiner Ansicht nach einer der attraktivsten und zukunftsträchtigsten der lateinamerikanischen Nation sei. Dies, ohne den Austausch im Tourismus und anderer bedeutender Bereiche und von gemeinsamen Interesse zu vernachlässigen. Er zog auch die Schwierigkeiten für diesen Handelsaustausch in Betracht, unter anderem aufgrund der notwendigen Produktzulassungen, machte aber deutlich, dass dies zwar schwierig, jedoch trotzdem interessant sei.

Darüber hinaus betonte er die Vorteile, die sich aus der Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Infrastruktur, dem Zugang zu Krediten und vor allem auch bei der „Umwandlung der Energielandschaft“ ergeben könnten. Eben diese Gebiete stimmten auch mit einigen der dringendsten Herausforderungen überein, vor denen Kuba heute stehe.

DIE EU FEIERT AUF FIHAV 2015

Der Wirtschaftsblock eröffnete am Mittwoch auch offiziell seinen Stand in EXPOCUBA, in Anwesenheit von Portocarero, Botschaftern der Mitgliedsländer, Geschäftsleuten und von kubanischer Seite der Stellvertretenden Ministerin für Außenhandel und Auslandsinvestitionen, Ileana Núñez Mordoche.

Bei der Eröffnung wies die Vertreterin des Gastgeberlandes darauf hin, dass dieses Beziehungen anstrebe, die das Klima des Vertrauens unter den Mitgliedern eines seiner wichtigsten Partner fördern und Verbindungen schaffen, die auf drei Hauptsäulen beruhen: politischer Dialog, Kooperation und Handel. Sie betonte ferner die wertvollen Kooperationsbeziehungen zu diesem Organismus internationaler Bedeutung seit 2008, in Bereichen wie der Lebensmittelsicherheit, des Klimawandels, erneuerbarer Energien und des Katastrophenschutzes, der Kultur und auf sozialem Gebiet, um nur einige zu nennen.

Sie kündigte an, dass die sechste Verhandlungsrunde des bilateralen politischen Dialogs und der Zusammenarbeit für Anfang Dezember geplant sei, und hob hervor, dass das von Kuba präsentierte neue Portfolio von Geschäftsmöglichkeiten Erleichterungen für Geschäfte mit Einrichtungen dieses Blocks schaffen könne.

Portocarero seinerseits bestätigte die Teilnahme von 11 Staaten der Europäischen Union auf der 33. FIHAV-Messe.

Er teilte die Erwartung der Diversifizierung der kubanischen Produkte auf dem europäischen Markt, da die aktuellen auf traditionellen Rubriken beruhen. „Wir stehen noch vor Herausforderungen, aber wir werden die Zusammenarbeit weiter ausbauen“, sagte er.

Juan Francisco Montalban, Botschafter Spaniens in Havanna, bestätigte gegenüber dieser Zeitung das Interesse seines Landes an der Verbesserung des Handelsaustausches, da Spanien der drittwichtigste Handelspartner und einer der wichtigsten ausländischen Investoren in Kuba sei.

Bezugnehmend auf die am Nachmittag ausgetragene Geschäfts- und Investitionskonferenz, würdigte der Botschafter und Leiter der Delegation der Europäischen Union gegenüber Granma die Bedeutung dieses Ereignisses als einen Raum, um gemeinsam Herausforderungen und gemeinsame Interessen anzugehen. Die Veranstaltung umfasste verschiedene Sitzungen, in denen es im Allgemeinen um die neuen Geschäftsmöglichkeiten im Landesgebiet, um die Gestaltung des Handels, die Sonderentwicklungszone Mariel, den Tourismus sowie Energie und Bergbau ging.