OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS

Am zweiten Tag des Ersten Internationalen Symposiums „Die kubanische Revolution: Entstehung und historische Entwicklung“, im Kongresspalast von Havanna tagte am Mittwoch unter Anwesenheit von Miguel Diaz-Canel, erster Vizepräsident des Staats- und des Ministerrates.

Während des Tages hielt der brasilianische Theologe Frei Betto den Vortrag „Ethische und moralische Aspekte der kubanischen Revolution und ihre globalen Auswirkungen“, in dem er die historische Rolle unseres revolutionären Projekts als eine hoffnungsvolle Alternative zur vom Kapitalismus geförderten Konsumwelt hervorhob.

Das größte Verdienst der Revolution bestehe darin, dass es den Menschen drei Grundkomponenten für das Leben garantiere: Ernährung, Gesundheit und Bildung, führte Frei Betto aus.

Er fügte hinzu, dass das kapitalistische System jedoch sämtliche Aspekte des Lebens und der Natur zur Ware mache. „Wer nicht auf dem Markt ist, existiert nicht, hat keinen Wert als Mensch; das ist die Moral des Kapitalismus“, sagte der Autor des Buches „Fidel und die Religion“.

Er fügte hinzu, dass aus seiner Sicht die größte Gefahr, mit der wir heute konfrontiert seien, darin bestehe, dass junge Menschen die Revolution als etwas aus der Vergangenheit sehen; dass sie denken, „sie“ (Fidel, Raul, Che) seien Revolutionäre „gewesen“. Aber so sei es nicht. Die Revolution müsse eine Herausforderung für die Zukunft sein. Aus der Basis der Gesellschaft heraus müsse ein revolutionärer Geist herangebildet werden.

„Wir müssen die kubanische Revolution am Leben erhalten, sagte Frei Betto, „und dafür müssen wir in den jungen Menschen die Hoffnung erhöhen, dass der Sozialismus das Beste ist, was man heute Männern und Frauen in einer Welt bieten kann, die von Ungleichheit geprägt ist“.

„Die Revolution steht vor der Herausforderung, in jedem Herzen eine hoffnungsvolle Idee zu erwecken, dem Leben einen altruistischen, solidarischen, partizipativen Sinn zu geben. Kuba hat seinen eigenen Weg gefunden, und es ist dieser Weg der Solidarität und der Menschenrechte, dem wir folgen müssen“, führte er weiter aus.

In diesem Zusammenhang sagte Miguel Diaz-Canel gegenüber der Presse, dass die Zukunft unseres Landes in den Ideen liege, und folglich in der Geschichte unserer Kultur. „Wir werden uns nicht nur darin unterscheiden, dass wir eine Wirtschaft haben, die uns mehr oder weniger materiellen Wohlstand geben kann, sondern durch die Art und Weise, in der wir, wenn wir diese stärkere Wirtschaft haben, in der Lage sein werden, mit Gleichheit und sozialer Gerechtigkeit diesen Reichtum zu verteilen“.

„Dafür“, betonte er, „muss eine Kultur der Solidarität, Emanzipation und sozialen Gerechtigkeit gefördert werden. Dies kann nur mit einer gedanklichen Plattform erreicht werden, die es uns ermöglicht, vor den Konsumismus die Alternative des Teilens zu stellen. Wir müssen uns nicht dadurch unterscheiden, was wir materiell besitzen, sondern durch das, was wir vom geistigen Standpunkt her beitragen, ausgehend von unserem Wissen, unserer Kultur. Das ist es, was wir teilen müssen“, sagte er.

„Ich denke, dass die Geschichte der kubanischen Revolution, obwohl wir sie kennen, nicht genug dokumentiert ist, und sie ist ein wichtiges Vermächtnis, nicht nur dafür, um den Kontext unseres Landes zu verstehen, sondern auch den Einfluss, den unser revolutionärer Prozess gehabt hat“, sagte das Mitglied des Politbüros.