OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS

HAVANNA – „Den Fall Kubas gilt es hervorzuheben, weil das Land sich der ausländischen Investition öffnet, aber die für das Land wichtigen Bereiche auswählt und die nationalen Arbeitsstellen schützt“, betonte gestern die Exekutivsekretärin der Wirtschaftlichen Kommision für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) Alicia Bárcena.

Die Sonderentwicklungszone Mariel ist ein Beispiel für die Nutzung der Wettbewerbsvorteile in den Prozessen der ausländischen Investitionen Foto: José M. Correa Photo: Jose M. Correa

Die wirtschaftliche Gesundheit im Gebiet der Antillen und in Mittelamerika sei etwas, das das Land berücksichtigen müsse, denn aus dieser Zone kämen seine Konkurrenten, was die Anziehung für ausländisches Kapital betreffe, sagte sie AIN im Rahmen des 1. Internationalen Seminars für Möglichkeiten und Herausforderungen bei der Entwicklung Lateinamerikas und Kubas, das am Mittwoch im Hotel Melia Cohiba seinen Höhepunkt hat.

Auch wenn im Jahr 2015 das Bruttoinlandsprodukt für Lateinamerika insgesamt nicht um mehr als 1 % ansteigen werde, könnte es in der Region der Karibik um 1,9 % wachsen, kündigte sie an.

Diese Konjunktur gelte es zu nutzen, damit diese Länder sich von Konkurrenten in Verbündete verwandelten, erkärte sie. Nichts spräche dagegen, eine verkettete Investition zu etablieren, bei der jede Wirtschaft das beste, über das sie verfüge beitrage, vor allem im Bereich des nautischen Tourismus und des Seetransports. Dies seien Gebiete, die es auf Grund der natürlichen Bedingungen der Region zu erschließen gelte.

„Ich glaube, dass die Sonderentwicklungszone Mariel ein Beispiel für die Nutzung der Wettbewerbsvorteile in den Prozessen der ausländischen Investitionen ist, weil die Entfernung bedingt, dass der Export lateinamerikanischer Produkte in andere Kontinente sich verteuert. Der kubanische Hafen aber könnte als Zwischenstation und Plattform für Beförderungen genutzt werden“, sagte sie.

„Parallel zur Zuführung ausländischen Kapitals betrachte ich es als eine angemessene Strategie, weiterhin den Export der Gesundheitsdienstleistungen und der kulturellen Beratung zu fördern.

In der Zukunft, wenn die infrastrukturellen Probleme Kubas gelöst seien, könnte das Land auch Produkte exportieren, die in Zusammenhang mit Informations- und Kommunikationstechnologie stehen, weil es über Personal mit der nötigen Qualifikation verfüge, um diese zu schaffen“, unterstrich Alicia Bárcena. (AIN)