OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Eine chronische, genetische und sehr alte Krankheit. Sprechblase:

Die Belagerung von Völkern ist seit Jahrtausenden eine effektive Kriegstaktik. Es ging darum, Hunger, Durst und Krankheit zu nutzen, damit sich der Feind ergab. Seit dem Trojanischen Krieg, als die Griechen Troja der Legende nach zehn Jahre lang belagerten. Die Kreuzfahrer konnten die Festung von Akkon nach zwei Jahren völliger Belagerung einnehmen. Zu Beginn der sogenannten Neuzeit, im Jahr 1453, belagerten die Osmanen Konstantinopel bis zur Eroberung, und im Jahr 1492 taten die katholischen Könige dasselbe mit Granada. Zwischen 1941 und 1944 belagerten die Nazis Leningrad (heute St. Petersburg) und töteten eine Million Zivilisten. Aber die Sowjets gaben nicht auf und das war der Anfang des Triumphes gegen den Nazifaschismus.
In der Regel ging es an den Orten schrecklich zu, mit Menschen, die an Hunger oder Epidemien starben, während die Belagerer Feuer legten und große Steine schleuderten, um die Mauern niederzuwerfen. Die Leichen im Innern sorgten für Verunreinigung Das Ende reichte von der allgemeinen Ausrottung bis zum, in einigen Fällen, kollektiven Selbstmord. Letzteres war der Fall bei Massada, gegenüber dem Toten Meer, wo tausend Juden sich vor der Belagerung durch die Römer nach der zweiten Zerstörung des Tempels in Jerusalem das Leben nahmen.
Die derzeitigen wirtschaftlichen Blockaden und Sanktionen sind das gleiche, nur nicht gegen Städte, sondern gegen Länder. Aber das Ziel ist dasselbe: eine souveräne Regierung zu stürzen, um die Interessen des Belagers durchzusetzen. Diese neue Form der Belagerung begann mit Napoleon Bonaparte, der das britische Imperium blockierte, damit es zu Beginn des 19. Jahrhunderts nicht mit Europa verhandeln konnte. Dann erlitt es Argentinien, mit der Blockade von Buenos Aires durch Frankreich und England, immer mit den falschen Fahnen der "Freiheit" des Handels. Die Blockade dauerte von 1838 bis 1845, aber das Argentinien von Juan Manuel de Rosas widersetzte sich mit der Vuelta de Obligado und anderen Schlachten, bis es siegte und die beiden größten Mächte der Welt mit dem Schwanz zwischen den Pfoten abziehen ließ. Im Jahr 1903 blockierten Deutschland, England, Italien und andere europäische Mächte Venezuela, um die Zahlung einer Schuld zu verlangen. Diese Blockade endete dank des argentinischen Außenministers, Luis María Drago, und der berühmten Doktrin
Drago sagte, dass man keine Schulden durch den Einsatz militärischer Gewalt eintreiben könne. Die Vereinigten Staaten nahmen es zur Kenntnis und dann entstand das Roosevelt-Korollarium, das den ganzen Kontinent als ihren "Hinterhof" versteht.
Nach jahrelanger territorialer Besetzung von Ländern wie Nicaragua, Honduras, der Dominikanischen Republik, Haiti und Puerto Rico durch die USA. haben sich die US-amerikanischen Streitkräfte in den letzten Jahren stark entwickelt. Bevorzugtes Mittel sind Blockaden und Sanktionen. Der grausamste Fall ist derjenige, den die USA Kuba seit Oktober 1960 auferlegen. Er besteht darin, Kuba am Handel mit der Welt zu hindern und jedem Land, das mit der Insel Handel treibt, Sanktionen oder Zölle aufzuerlegen. Vor allem nach dem Fall der Berliner Mauer war diese Strategie erschreckend effektiv und brachte den Kubanern unendlich viele Probleme und Entbehrungen, die auf die schlimme Verlustziffer von zwei Billionen Dollar geschätzt werden.
Nur der Einfallsreichtum und der eiserne politische Wille, die Würde zu bewahren, hat es möglich gemacht, dass Kuba widersteht und ein Beispiel des Widerstands und auch der Solidarität mit der Welt in Bereichen wie Ingenieurwesen, Bildung und Medizin ist. Und in mehr als sechs Jahrzehnten konnte das Imperium nicht erreichen, was es versuchte, nämlich genau wie die Griechen in Troja oder die Nazis in Leningrad: ihren Gegner zu Fall zu bringen. Die kubanische Revolution ist immer noch da, mit all ihren Problemen, mit ihren Stromausfällen, ihrer Knappheit an Brennstoffen und folglich an Nahrungsmitteln.
Jetzt passt Donald Trump diese Blockade an, wenn sie überhaupt noch weiter angepasst werden kann. Vor allem führt er eine totale Ölblockade durch und versucht, die zehn Millionen Kubaner auszuhungern. Er droht mit Zöllen denen, die es wagen, Treibstoffe auf die Insel zu verkaufen und verkündet ohne rot zu werden: «Sie werden es nicht ertragen können». Kein Unterschied zu den Nazi-Würdenträgern, die Leningrad im Zweiten Weltkrieg belagerten.
Und das Furchtbare ist, dass der neue kriminelle Versuch des Neofaschismus von der argentinischen Regierung unterstützt wird. Der argentinische Außenminister Pablo Quirno forderte die Argentinier auf, nicht nach Kuba zu reisen, eine Möglichkeit, dem wirtschaftlichen Würgegriff noch ein Körnchen Sand hinzuzufügen, eine weitere Gelegenheit, sich den imperialen Herren zu beugen.
Was jedoch weder Trump noch Quirno wissen, die stolz auf ihre eigene Unwissenheit sind, ist das, was Napoleon schon vor mehr als zwei Jahrhunderten lehrte: "Das einzige, was man  mit Bajonetten nicht machen kann, ist, sich darauf zu setzen." Was Napoleon sagen wollte, ist, dass das Aushungern eines Volkes, es einer Belagerung oder einer Invasion zu unterwerfen, nicht garantiert, dass man es besetzen kann, geschweige denn beherrschen. Die militärische, wirtschaftliche oder finanzielle Hegemonie geht manchmal nicht mit der kulturellen Hegemonie einher. Die USA hatten es verstanden, als sie der Welt den «amerikanischen Traum» verkauften. Sie verstanden es, als sie die Welt mit ihrer Musik, ihren Hollywood-Filmen und sogar ihrem Junkfood eroberten. All das scheint der Caligula vergessen zu haben, der in Washington regiert und glaubt, er könne die Welt mit puren Bomben beherrschen oder ganze Völker verhungern lassen.