OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Photo: Ricardo López Hevia

PARIS - Er ist nicht aus Eitelkeit zu seinen sechsten Olympischen Spielen gekommen. Er ist hier, weil er nicht müde wird, mit Kuba in der Mitte seiner breiten Brust nach draußen zu gehen.

Mijaín López wird heute seinen fünften olympischen Titel in Folge anstreben, was in der olympischen Welt ein beispielloses Kunststück wäre. Bis heute hat - neben Mijaín selber - die japanische Gladiatorin Kaori Icho in derselben Sportart vier Olympiasiege errungen, von Athen-2004 bis Rio de Janeiro-2016.

Al Oerter, ein US-amerikanischer Diskuswerfer, hat ebenfalls vier Triumphe zwischen Melbourne-1956 und Mexiko-1968 auf der Habenseite.

"Meine fünf Medaillen gehören nicht mir, sie gehören meinem Volk, meinen Eltern, meiner Familie, meinen Freunden, meinen Trainern. Um Erfolg zu haben, muss man einfach lieben, was man tut, es verteidigen und die Leute respektieren, die sich einem nähern, auch wenn es die Gegner sind", sagte er gestern Abend vor der Presse.

Er kündigte auch an, dass er nicht wisse, wie es weitergehen wird, "weil ich es zwar liebe, wie besessen zu kämpfen, aber morgen (heute) bin ich damit fertig".

Das veranlasste den Ersten Sekretär des Zentralkomitees der Partei und Präsidenten der Republik, Miguel Díaz-Canel, dazu, dem Riesen von Herradura eine einfühlsame Botschaft zu senden: "Mijaíns Fünfte steht im Raum", postete er auf X, "und ganz Kuba begleitet ihn. Lieber Mijaín, du bist bereits eine Legende, lebende Geschichte. Eine Umarmung von deinem ganzen Volk."

Mijaín stand am Vortag auf der Schwelle des Tempels der olympischen Götter, am selben Tag, an dem ein anderer dieser Spezies, Armand Duplantis, mit seinem Weltrekord von 6,25 Metern im Stabhochsprung den Himmel berührte, so dass diese beiden gestern Abend hier die einzigen waren, über die geredet wurde. Heute ist der 6. August, das gleiche Datum, an dem Mijaín López vor 12 Jahren seine zweite Goldmedaille gewann. Geschichte wiederholt sich, wenn die Großen sie schreiben.