OFFIZIELLES ORGAN DES ZENTRALKOMITEESDER KOMMUNISTISCHEN PARTEI KUBAS
Diese Wechselkursreform zielt farauf ab, die Konvertibilität des kubanischen Peso wiederherzustellen Foto: Endrys Correa Vaillant

Wie die Regierung der Republik bereits mitgeteilt hat, arbeitet die Zentralbank Kubas an der Schaffung der Voraussetzungen für eine schrittweise und zeitnahe Reform des Devisenmarktes.

Derzeit existieren in der kubanischen Wirtschaft unterschiedliche Wechselkurse, die zu Verzerrungen führen, Schattenwirtschaft begünstigen und die Nachvollziehbarkeit von Bank- und Steuertransaktionen erschweren.

Diese Wechselkursreform zielt darauf ab, die Konvertibilität des kubanischen Peso wiederherzustellen, die Währungsinstitutionen zu stärken und eine geordnete Angleichung von Wechselkurs und Währung zu erreichen.

Ein stabiler Devisenmarkt erfordert Mindestvoraussetzungen an makroökonomischer Stabilität, operativer Leistungsfähigkeit des Bankensystems und einem den aktuellen Gegebenheiten angepassten Regulierungsrahmen. Die Kombination aus gravierenden externen Zwängen, dem starken Rückgang der Deviseneinnahmen, der Verknappung des Devisenangebots auf dem offiziellen Markt und den akkumulierten Ungleichgewichten macht eine schrittweise und verantwortungsvolle Wechselkursreform notwendig. Die Strategie, die auf die Wiederherstellung der Kaufkraft der nationalen Währung abzielt, konzentriert und lenkt den Devisenmarkt, indem sie die verschiedenen Wirtschaftsakteure – staatliche wie nichtstaatliche – in Produktion, Export und Vermarktung von Waren und Dienstleistungen zu wettbewerbsfähigen Preisen miteinander verbindet.

Eine sofortige Vereinheitlichung des Wechselkurses ohne Übergangsfrist könnte eine drastische Abwertung auslösen, mit stärkeren Inflationseffekten als derzeit und einem weiteren Kaufkraftverlust der nationalen Währung gegenüber Fremdwährungen. Internationale Erfahrungen zeigen, dass in Volkswirtschaften mit bestehenden Wechselkursungleichgewichten mehrstufige Übergangsregelungen eine schrittweise Korrektur der Verzerrungen ohne gravierende makroökonomische Schocks ermöglichen.

Unter Berücksichtigung der oben genannten Faktoren wurde beschlossen, am 18. Dezember 2025 die Maßnahmen zur Transformation des Devisenmarktes umzusetzen. In dieser ersten Phase ist die Struktur in drei Segmente unterteilt: zwei bestehende feste Wechselkurse – Segment I mit einem Kurs von 1:24 und Segment II mit einem Kurs von 1:120 – sowie ein drittes Segment mit einem flexiblen Wechselkurs, der täglich von der Zentralbank Kubas als Währungsbehörde des Landes veröffentlicht wird.

Die Entscheidung, ein drittes Marktsegment anzuerkennen, beruht auf der objektiven Feststellung von Diskrepanzen zwischen den offiziellen Wechselkursen und dem realen Wert, die die Devisenknappheit widerspiegeln.

Die ersten beiden Marktsegmente werden so geführt, dass abrupte Abwertungen der Wechselkurse und damit des Wertes der nationalen Währung verhindert werden. Dies schützt die Bevölkerung bei grundlegenden und sensiblen Transaktionen und gewährleistet Stabilität und Vorhersehbarkeit bei den Preisen für lebensnotwendige Güter und Dienstleistungen.

Das dritte Segment, das auf einem täglich flexiblen Wechselkurs basiert, ermöglicht es Exporteuren und anderen Devisenanbietern, zu einem wettbewerbsfähigen, von Angebot und Nachfrage bestimmten Preis zu verkaufen. Ziel ist es, den Zufluss von Devisen in den Devisenmarkt zu fördern, eine Finanzierungsquelle für ihre Geschäftstätigkeit zu schaffen und den Druck und die Unregelmäßigkeiten auf dem informellen Markt zu reduzieren.

Diese Transformation des Devisenmarktes ist Teil eines umfassenderen Maßnahmenpakets in den Bereichen Finanzen, Handel, Steuern und anderen, das mehrere Bereiche gleichzeitig umfasst und darauf abzielt, die Gesamteffizienz der Wirtschaft zu verbessern.

Unter den umzusetzenden Maßnahmen sticht die Stabilisierung und schrittweise Stärkung der sogenannten MLC-Konten hervor, entgegen anderslautenden Spekulationen und Behauptungen. Das Ziel ist klar: die Kaufkraft der MLC und ihren praktischen Wert zu steigern. Im Rahmen dieses Plans wird die Funktionsfähigkeit von Bankkonten nichtstaatlicher Verwaltungseinheiten gewährleistet, sodass diese Devisentransaktionen im In- und Ausland durchführen können.

Abschließend möchte ich betonen, dass es nicht darum geht, eine Verzerrung durch eine andere zu ersetzen, sondern vielmehr die monetären Lücken, die Wirtschaft und Familien betreffen, schrittweise zu schließen.

Die Rechtsvorschriften zur Umsetzung der Devisenmarktreformen werden im Amtsblatt veröffentlicht und treten am Donnerstag, dem 18. Dezember 2025, in Kraft. Die Zentralbank von Kuba wird künftig die täglichen Wechselkurse auf ihrer Website veröffentlichen. Diese Wechselkursreformen sind kein Selbstzweck, sondern ein Instrument zur Stabilisierung der Wirtschaft und zur Stärkung des Finanzsystems. Es handelt sich um einen schrittweisen, verantwortungsvollen und transparenten Prozess, der auf die spezifischen Gegebenheiten Kubas zugeschnitten ist. In den kommenden Tagen werden wir Sie weiterhin über diese Entscheidungen sowie die damit verbundenen Prozesse und Mechanismen informieren.

 Welches werden die Quellen für den Devisenmarkt sein?

Überweisungen aus dem Ausland

• Transaktionen in Bankfilialen und Wechselstuben

• Internationale Kreditkarten- und Prepaidkartentransaktionen

• Sonstige Quellen, die den Verkauf von Devisen am Markt umfassen

 Exportierende Unternehmen, die Devisen erwirtschaften, können diese auch auf diesem Markt verkaufen.

Dies stellt einen bedeutenden Anreiz für den Exportsektor dar, sich weiterzuentwickeln und seinen Beitrag zur Landesentwicklung zu steigern, da die Unternehmen durch die erwirtschafteten Devisen höhere Einnahmen in Pesos erzielen können.

So können die Unternehmen dieses Sektors ihren Fachkräften höhere Löhne zahlen und insgesamt die Bedingungen für ihre produktive Tätigkeit verbessern.

Juristische Normen der kubanischen Zntralbank die diese Maßnahmen regulieren

• Beschluss Nr. 127 zum Devisenmarkt

 • Beschluss Nr. 128 zur Devisenmarktregulierung

•      Diese Beschlüsse treten mit ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt am 18. Dezember in Kraft.

Ziele der Wechselkursreformen

•      Steuerung der Devisenströme des Landes (über die Zentralbank).

•      Steigerung des Exportwachstums und der Deviseneinnahmen.

•      Schaffung eines investitionsfreundlicheren Umfelds. •

•     Um Wirtschaftsakteuren die sichere und legale Abwicklung ihrer Aktivitäten über das Banken- und Finanzsystem zu ermöglichen.

 Wie stehen diese Umwandlungen mi Einklang mit dem Regierungsprogramm zur Korrektur von Verzerrungen und zur Revitalisierung der Wirtschaft?

Sie tragen zum übergeordneten Ziel Nr. 1 bei: der Förderung der Umsetzung des Programms zur makroökonomischen Stabilisierung.

„Die schrittweise Wiederherstellung des makroökonomischen Gleichgewichts durch die Anwendung fiskal-, geld- und wechselkurspolitischer Maßnahmen, die eine Senkung der Inflation und die Konvertibilität der nationalen Währung ermöglichen und ein günstiges Umfeld für Wirtschaftswachstum, Entwicklung und den sozialistischen Aufbau gewährleisten.

 Die Anstrengungen müssen sich auf die Hauptbereiche (Fiskal-, Geld- und Wechselkurspolitik) und die Generierung von Deviseneinnahmen konzentrieren.“

Photo: Ricardo López Hevia