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Yordani Fernández (rechts) gewann Gold im Parajudo Photo: Calixto N. Llanes

LIMA – Im Judo, der ersten Sportart auf dem Veranstaltungskalender der VI. Parapanamerikanischen Spiele, zeigten kubanische Athleten hervorragende Leistungen. Und in der Leichtathletik, dem Schwimmen und dem Gewichtheben, um einige Flaggschiffsportarten im kubanischen Behindertensport herauszuheben, stehen Kuba weitere Erfolge bevor.

Am letzten Tag der Judo-Wettbewerbe durfte sich Gerardo Rodríguez über die Silbermedaille in der 81-kg-Klasse freuen, nachdem am Samstag Yordani Fernández in der Kategorie +100 kg Gold und José Manuel Moreno über 66 kg Bronze geholt hatten. Damit erzielte der Judosport bessere Ergebnisse, als vor der Abreise nach Lima von Judotrainer Senén Ramos prognostiziert.

„Ich bin zwar nicht vollauf zufrieden, aber mit diesen Athleten schon. Wir gehen immer auf die Matte, um zu gewinnen. Sie alle haben mit viel Herz ihre Kämpfe bestritten, aber die meisten hatten einfach ein Defizit an hochkarätigen Vergleichen“, resümierte er.

„Alle zeigten sich in hervorragender physischer Verfassung, aber in taktischer Cleverness konnten sie mit ihren Rivalen oft nicht schritthalten. Zum Beispiel übertrifft Gerardo den Mexikaner Eduardo Avila physisch, doch der traf hier, wie andere auch, mit der Erfahrung von 30 bis 50 Kämpfen auf internationaler Ebene ein“, analysierte Ramos den Kampf, den der Azteke, Champion der Paralympics und Weltmeister, im Finale über 81 kg gewann.

Über Fernández sagte der Trainer, der seit vielen Jahren im Judo für Menschen mit Behinderungen tätig ist, dass dieser in seiner neuen Gewichtsklasse den Gegnern noch überlegener sei als vorher; über 100 kg hatte er in Toronto 2015 Gold gewonnen.

Ihm attestierte Ramos eine „fantastische Vorstellung“, da er seine Gegner durch die Bank mit schnellen Ippons besiegte, zunächst den Venezolaner William Montero nach 20 Sekunden, dann den Favoriten Antonio Tenorio aus Brasilien in 32 Sekunden. Für seinen Kontrahenten im Endkampf, den US-Amerikaner Benjamin Goodrich, brauchte der kubanische Superschwergewichtler mit 2:34 Minuten etwas länger.

„Als ich Tenorio besiegt hatte, der immerhin fünffacher Medaillengewinner bei Paralympics ist, war ich zuversichtlich, dass ich Gold holen würde“, sagte der 30jährige Fernández, der 2010 zum Judo für Behinderte kam. „Probleme mit der Sehkraft habe ich seit meinem 9. Lebensjahr. Man testete mich und fand heraus, dass Parajudo das Richtige für mich sei. 2014 hatte ich dann meinen ersten internationalen Wettkampf“, fügte er, übrigens auch Dritter der Paralympischen Spiele von Rio de Janeiro 2016 in der 100 kg Klasse, hinzu.

LEICHTATHLETIK UND ANDERE ERFOLGVERSPRECHENDE SPORTARTEN

Die ersten Tage mit den Titelgewinnen von Omara Durand über 200 m T12 (schwere Sehbehinderung), von Leinier Savón im Weitsprung F11-12 (Blinde und schwer Sehbehinderte) sowie von Ulicer Aguilera im Speerwerfen F13 (Sehschwäche) haben in der Leichtathletik bereits reiche Ernte eingefahren, was sich am heutigen Montag fortsetzen könnte, wenn Durand über 100 m und Savón zum ersten Mal über 400 m antreten werden.

Die beiden Letztgenannten werden in je drei Fällen Gold angreifen. Außerdem stehen noch als paralympische Champions der Diskuswerfer Leonardo Díaz und der Springer Luis Felipe Gutiérrez aus, die für eine noch größere kubanische Fiesta im Stadion von Videna sorgen könnten. Die Leichtathletik-Wettkämpfe in Lima enden übermorgen.

Als angenehme Überraschung unter den Goldmedaillengewinnen darf wohl der des Tischtennisspielers Yunier Fernández in der Kategorie TT1 (Rollstuhl) gelten. Der Schwimmer Lorenzo Pérez (S6), der schon über 400 m gewonnen hat, könnte es ebenfalls auf drei Titel bei den Spielen bringen.

Möglichkeiten haben auch die Gewichtheber, hier vor allem Leidys Rodríguez (41 kg) und Oníger Drake (88 kg), dazu beizutragen, dass bei Teilnahme von insgesamt nur 48 kubanischen Athleten die Darbietung von Toronto 2015, bei der 19 Goldmedaillen, 15 Silbermedaillen und 13 Bronzemedaillen gewonnen wurden, noch übertroffen wird.