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Photo: Prensa Latina

Der puertoricanische Unabhängigkeitskämpfer Oscar López Rivera wird am heutigen Dienstag in Havanna mit dem vom Staatsrat an wichtige Persönlichkeiten verliehenen Orden der Solidarität geehrt, wie in Prensa Latina verlautet.

López Rivera, der fast 36 Jahre lang in US-amerikanischen Gefängnissen inhaftiert war, wird im Rahmen einer Zeremonie im José Martí Memorial an der Plaza de la Revolución ordengeschmückt werden.

Der Aktivist, der auf Einladung des Kubanischen Instituts für Völkerfreundschaft (ICAP) am vergangenen Sonntag in Kuba ankam, versicherte, dass er vorhabe, so viel Zeit wie möglich zusammen mit seinem kubanischen Brudervolk zu verbringen.

López Rivera sprach zur Presse über die Lebensbedingungen, unter denen Puerto Rico leide in einer Zeit, die er die „schwerste in der Geschichte” seines Landes nannte.

Sein Programm schloss einen Gang durch den historischen Kern Althavannas ein wie auch eine Begegnung mit Vertretern des Volkes und mit ICAP-Institutionen; all dies fand gestern Abend statt.

Der Boricua wird einen Gedankenaustausch mit Studenten in der Aula Magna der Universität von Havanna haben und andere Provinzen wie z.B. Santiago de Cuba besuchen, wo er dem historischen Führer der kubanischen Revolution Fidel Castro seinen Tribut zollen wird.

López Rivera war vom US-Expräsidenten Barack Obama nach nahezu 36 Jahren Haft in den Vereinigten Staaten begnadigt worden.

Geboren 1943 in Puerto Rico, war er ein Vietnam-Veteran, der für sein Verhalten im Kampf ausgezeichnet wurde.

Bei seiner Rückkehr nach Chicago reihte er sich in den Kampf für die Rechte des puertoricanischen Volkes ein und nahm an Aktionen zivilen Ungehorsams und friedlicher Militanz teil.

1976 wurde er Teilnehmer des verdeckten Kampfes für die Unabhängigkeit Puerto Ricos als Mitglied der Bewaffneten Streitkräfte der Nationalen Befreiung (FALN).

Jahre später wurde er durch das FBI gefasst und wegen seiner Mitgliedschaft in der FALN der Konspiration angeklagt.

Obwohl er den Status „Kriegsgefangener” für sich reklamierte, verurteilten ihn die Vereinigten Staaten zu 55 Jahren Haft. Nach einem angeblichen Fluchtversuch wurde das Urteil auf 70 Jahre Gefängnis erhöht. 12 davon verbrachte er in völliger Isolation.

1999 bot ihm der damalige Präsident William Clinton eine an Bedingungen geknüpfte Haftverschonung an, die aber von López Rivera abgelehnt wurde.

Die Freilassung Oscar López Riveras wurde zu einer Sache der internationalen Gemeinschaft und man verband sie mit der Kampagne zur Freilassung der „kubanischen Fünf“, wie die antiterroristischen Kämpfer Gerardo Hernández, Antonio Guerrero, René González, Ramón Labañino und Fernando González genannt wurden.

Die Fünf erlitten schwere Haftstrafen in Gefängnissen der USA dafür, dass sie ihr Land vor Terrorismus schützen wollten.

Einer von ihnen, Fernando González, verbrachte vier Jahre mit López Rivera in derselben Zelle.